Nachhaltige Rente braucht gesunde Arbeit

Gemeinsame Pressemitteilung DIE ARBEITSMEDIZIN

Prävention stärken – Arbeitsmedizin als Partner der Rentenpolitik

Die Rentendebatte in Deutschland illustriert die großen Herausforderungen vor denen unsere Gesellschaft steht. Der demografische Wandel, steigende Rentenausgaben und eine alternde Erwerbsbevölkerung machen deutlich: Nachhaltige Lösungen erfordern mehr als Anpassungen bei Rentenalter, Beitragsjahren oder Finanzierung. Entscheidend ist, ob Menschen überhaupt gesund und leistungsfähig bis ins höhere Erwerbsalter arbeiten können.

Ein zentraler Befund wird dabei bislang zu wenig berücksichtigt:
Allein im Jahr 2024 bezogen rund 1,75 Millionen Menschen eine Erwerbsminderungsrente, weil sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeitsfähig waren. Die Zahl der Neuzugänge steigt weiter. Damit wird deutlich: Die Zukunft der Rente entscheidet sich nicht erst beim Renteneintritt – sondern im Arbeitsleben.

Aus Sicht der arbeitsmedizinischen Verbände ist daher ein Perspektivwechsel notwendig. Prävention, gute Arbeitsgestaltung und ein wirksamer Arbeits- und Gesundheitsschutz sind zentrale Bausteine einer zukunftsfähigen Rentenpolitik. Die Arbeitswelt ist nicht nur Ort der Wertschöpfung, sondern das größte Präventionssetting unserer Gesellschaft.

Gesundheitsförderliche Arbeit:
• erhält die Beschäftigungsfähigkeit bis ins höhere Alter,
• reduziert krankheitsbedingte Ausfälle und Erwerbsminderungsrenten,
• ermöglicht flexible Übergänge in den Ruhestand,
• und stärkt die individuelle Wahlfreiheit zwischen Weiterarbeit und Renteneintritt.

Ein starkes und modernes System des Arbeits- und Gesundheitsschutzes ist dabei unverzichtbar. Maßnahmen, die unter dem Stichwort „Bürokratieabbau“ zu einer Aufweichung bewährter Schutzstandards führen, würden dieses Potenzial deutlich schwächen und den Handlungsdruck im Rentensystem weiter erhöhen. Prävention wirkt nur dann nachhaltig, wenn sie verlässlich, qualitätsgesichert und flächendeckend umgesetzt wird.

Die Arbeitsmedizin versteht sich als kompetenter und engagierter Partner bei der Gestaltung dieser Zukunft: mit wissenschaftlicher Expertise, praktischer Erfahrung und einem klaren Fokus auf gesunde, altersgerechte Arbeit. Wer die Rente zukunftsfest gestalten will, sollte Prävention systematisch mitdenken und stärken.

Nachhaltige Rentenpolitik beginnt mit guter Arbeit.

Für weitere Informationen und Interviewanfragen stehen Ihnen die Spitzen der drei arbeitsmedizinischen Verbände gern zur Verfügung.

Kontakt die arbeitsmedizin

Lukas Brethfeld
Lukas.brethfeld@vdbw.de
+49 171 9332373

die arbeitsmedizin

Die Kooperation der drei arbeitsmedizinischen Verbände bestehend aus dem Bundesverband selbstständiger Arbeitsmediziner und freiberuflicher Betriebsärzte (BsAfB), der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) sowie dem Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) vertritt gemeinsam über 6.000 Mitglieder. Als führende Fachverbände der Arbeitsmedizin setzen sie sich engagiert für eine wirksame Prävention und nachhaltige Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz ein. Ein zentrales Anliegen ist zudem die Stärkung der Rolle von Betriebsärztinnen und Betriebsärzten in der medizinischen Versorgung und im Gesundheitssystem. BsAfB, DGAUM und VDBW stehen im kontinuierlichen Dialog mit Akteuren aus Politik, Wirtschaft und dem Gesundheitswesen, um die arbeitsmedizini-sche Versorgung zukunftsfähig zu gestalten.

www.die-arbeitsmedizin.org